Energiestrategie 2040

Das Kabinett hat am 23.08.2022 die Energiestrategie 2040 verabschiedet. Sie löst die Energiestrategie 2030 aus dem Jahr 2012 ab. Innerhalb des energiepolitischen Zielvierecks – bestehend aus der Klimaneutralität und Umweltverträglichkeit, der Akzeptanz und Beteiligung, der Wirtschaftlichkeit sowie der Versorgungssicherheit – wird mit sechs strategischen Zielkriterien der Umbau des Energiesystems verfolgt.

Eines der Ziele der Energiestrategie 2040 ist, die Energieeffizienz zu erhöhen. So soll der Primärenergieverbrauch bis 2040 im Vergleich zu 2007 um 39 Prozent verringert werden. Kernaufgabe ist der Ausbau erneuerbarer Energien: Bis 2040 sollen in Brandenburg 15 GW Erzeugungsleistung durch Windkraftanlagen installiert sein. Bis 2030 sollen PV-Anlagen mit Erzeugungsleistung von 18 GW und bis 2040 mit einer Leistung von 33 GW installiert werden. Insgesamt soll der Stromverbrauch ab 2030 zu 100 Prozent und bis 2040 der Anteil des Wärmeverbrauchs zu 82 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Der Aus- und Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist zentraler Bestandteil der Energiewende.

Die Energiestrategie 2040 soll von einem Maßnahmenkatalog begleitet werden, der zur Umsetzung der Strategie dient und die nächsten Handlungsschritte konkretisiert. Dieser wird aktuell erarbeitet und soll zeitnah vorgelegt werden.

Energiestrategie 2040

Ziele der Energiestrategie 2040

I Energieeffizienz erhöhen

Primärenergieverbrauch (PEV) gegenüber dem Basisjahr 2007 senken

  • Bis zum Jahr 2030: um 23 % auf 504 PJ (140 TWh)
  • Bis zum Jahr 2040: um 39 % auf 398 PJ (111 TWh)

Endenergieverbrauch (EEV) bis 2040 senken (Stand 2019: 322 PJ)

II Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch ausbauen

Anteil erneuerbarer Energien am PEV erhöhen

  • Bis zum Jahr 2030: auf einen Zielkorridor von 42 % bis 55 %, entspricht mindestens 211 PJ (59 TWh)
  • Bis zum Jahr 2040: auf einen Zielkorridor von 68 % bis 85 %, entspricht mindestens 270 PJ (75 TWh)

Anteil erneuerbarer Energien am Verbrauch von Strom und Wärme erhöhen

  • Ab dem Jahr 2030: Anteil am Stromverbrauch: 100 %
  • Bis zum Jahr 2040: Anteil am Wärmeverbrauch: 82 %

Planerische Sicherung für die Windenergienutzung von:

  • Bis zum Jahr 2032: 2,2 % der Landesfläche
  • Bis zum Jahr 2040: Regelmäßige Überprüfung eventueller Flächenmehrbedarfe

III Aufbau und Ausbau der Wasserstoffwirtschaft

Wasserstoff als Schlüsselrolle zur Unterstützung verschiedener energiesystemrelevanter Herausforderungen im Transformationsprozess:

  • Dekarbonisierung aller Sektoren initiieren und voranbringen
  • Wertschöpfungs- und Exportpotenziale durch neue Wasserstofftechnologien steigern
  • Versorgungssicherheit durch Energieträgereigenschaft gewährleisten

IV Klimaneutrale, zuverlässige und preisgünstige Energieversorgung gewährleisten

  • Klimaneutralität bis 2045 herstellen
  • Systemtransformation des Energieversorgungssystems weiterführen
  • Sektorenkopplung einführen
  • Speichertechnologien einbinden
  • Netzaus- und -umbau forcieren
  • Für eine preisgünstige Energieversorgung einsetzen
  • Offenheit gegenüber Technologien gewährleisten, die den Zielen der ES 2040 und des Klimaplans dienen

V Wirtschaftliche Beteiligung und Akzeptanz steigern

Transparente Informationspolitik weiterführen

  • Transparente Informationspolitik weiterführen
  • Wirtschaftliche Beteiligung ausbauen
  • Regionale, kommunale und sektorale Energiekonzepte unterstützen

VI Beschäftigung und Wertschöpfung stabilisieren und weiterentwickeln

Abrupte soziale und wirtschaftliche Strukturbrüche in der Braunkohleindustrie vermeiden

  • Abrupte soziale und wirtschaftliche Strukturbrüche in der Braunkohleindustrie vermeiden
  • Arbeitsplatzangebote bei erneuerbaren Energien unterstützen
  • Qualitative Beschäftigungseffekte durch Innovationen im Energiebereich voranbringen